SPRECHERGAGEN
FILM- UND SERIENSYNCHRON

Das Gagenniveau und die Arbeitsbedingungen haben sich im Bereich der Film- und Seriensynchronisation im Laufe der letzten Jahrzehnte nicht positiv entwickelt. Heute verdient ein Synchronschauspieler in etwa die gleiche Gage wie 1986. Sprecher, die mehr verlangen, werden nicht selten umbesetzt. Leider entscheidet zu oft der Preis bei der Auftragsvergabe.

Da die Gagen mittlerweile kaum noch ausreichen, um einem Synchronschauspieler ein passables Einkommen zu sichern, erlauben wir uns an dieser Stelle, alle (angehenden) Synchronschauspieler zu ermutigen, sich in Verhandlungen selbstbewusst und nicht unter Preis anzubieten.

Wer sich über das Thema genauer informieren möchte, dem empfehlen wir diesen Erfahrungsbericht, in dem der erfahrene Synchronsprecher Dirk Meyer die Entwicklungen der Branche in den letzten 30 Jahren umreißt.

Eine allgemeingültige und von allen anerkannte Gagenliste für Synchronsprecher gibt es nicht. 1986 lautete die Standardgage im Synchron
100,00 DM (Grundgage) und 7,00 DM (Takegage). Diese wurde wie folgt in Euro umgerechnet:

Die Netto-Standardgage im Synchron setzt sich zusammen aus:

in München 53,00 Euro Grundgage1 plus 3,50 Euro Takegage2
in Berlin 60,00 Euro Grundgage1 plus 3,00 Euro Takegage2

Beispielrechnung: 60,00 Euro (Grundgage) + 3 Takes x 3 Euro (Takegage) = 69,00 Euro Gesamtgage3


Gagenunterschiede

Aufgrund des fortwährenden Preiskampfes haben sich kleine Unterschiede von Firma zu Firma und von Stadt zu Stadt etabliert. Die ursprünglich größeren Unterschiede zwischen Berlin und München haben sich im Laufe der Jahre größtenteils angenähert.
Einige Studios sind mitunter nicht mehr bereit, höhere Anfängergagen als 52,00 Euro und 2,60 Euro (in Berlin) und 50,00 Euro und 3,00 EUR (in München) zu zahlen.


1Die Grundgage dient zur Grundsicherung der Gage, da ein Synchronschauspieler auch für nur einen oder drei Take(s) gebucht werden kann.
2Die Takegage wird pro abgenommenen Take fällig.
3Mit Zahlung der Gesamtgage sind in der Regel alle Verwertungsrechte abgegolten (Total Buyout), da kaum Spielraum für das Verhandeln individueller Verwertungsrechte gegeben wird.
Im April 2016 hat das Bundessozialgericht die Synchronsprechertätigkeit als nicht selbstständig sondern abhängig beschäftigt und damit sozialversicherungspflichtig eingestuft.