SPRECHERGAGEN
GAMES

Gagenmodelle

Die Gagenberechnung im Bereich Games hat sich ursprünglich an dem Synchrongagenmodell (Grundgage und Takegage) orientiert.
Im Laufe der Jahre wurde das Gagenmodell jedoch von Auftraggeberseite nach und nach auf eine Stundenpauschale umgestellt. Dabei wird die erste angefangene Stunde einer Session (im Sinne der Synchron-Grundgage) meist höher angesetzt als nachfolgende Stunden.
Die Abrechnung nach Stundenpauschalen ist mittlerweile im Bereich Games gängige Praxis.

Größe des Games / Reichweite der Auswertung

Manche Games erscheinen nur als kleine Browserspiele, andere werden nicht nur digital, sondern auch physisch vertrieben - mitunter in millionenfacher Auflage. Um eine angemessene Sprechergage zu ermitteln, ist es erforderlich, die "Größe des Games" bzw. den Umfang der Auswertung einordnen zu können. Somit erklären sich auch die großen Unterschiede der verschiedenen Sprechergagen in diesem Bereich.


Gagenstandard1 Games:

mindestens 150 Euro / 100 Euro (Erste angefangene Stunde / angefangene Folgestunde) für Games mit kleinerer Reichweite
bis zu 350 Euro / 350 Euro (Erste angefangene Stunde / angefangene Folgestunde) für Games mit sehr hoher Reichweite

Letztlich gilt: Je höher die Reichweite eines Games und je bekannter die Stimme, desto höher die Sprechergage.


Berechnung nach Synchrongagen

Wie erwähnt, rechnen einige Sprecher/Studios auch im Bereich Games nach dem Synchrongagenmodell (Grundgage und Takegage) ab. Dabei ist eine Gage von 60/3 (60 Euro Grundgage + 3 Euro pro Take) ein realistischer Richtwert für die Mindestgage.
Bei dieser Vereinbarung sollte darauf geachtet werden, dass die Gesamtgage nach Umrechnung letztlich nicht unterhalb der des Stundengagenmodells liegt. Das ist bei realistischen 30 bis 35 Takes pro Stunde (Synchron) in etwa der Fall. Zu beachten ist dabei jedoch, dass die Takelänge vom Auftraggeber nicht überstrapaziert wird (grober Richtwert Takelänge: ca. 6 Sekunden bzw. 12 Wörter).

Synchron oder Lines?

Beim Einsprechen von Games unterscheidet man zwischen Synchrontakes und sogenannten 'Lines'. Synchrontakes werden vom Sprecher (wie auch bei der klassischen Film- und Seriensynchronisation) auf die Lippen der Spielfigur im On gelegt. Spricht ein Sprecher eine Spielfigur im Off (nicht lippensynchron), spricht man von 'Lines'. Diese sind deutlich einfacher und vor allem schneller einzusprechen. Mehr Takes pro Stunde sind möglich. Viele Sprecher verhandeln hierfür ganz individuell ihre Gage - je nach Anforderung und Aufwand.

Nur Sprechen oder mehr?

Zusätzlich kommt es beim Einsprechen von Games mitunter vor, dass die Mimik des Sprechers/Schauspielers durch Kameras oder Sensoren für die spätere Figurenanimation aufgezeichnet wird. In diesem Fall müssen individuelle Preise verhandelt werden, die üblicherweise deutlich über den hier aufgeführten Gagen liegen. In solchen Fällen wenden viele Kollegen ihre Schauspiel-Tagespauschalen als Mindestsatz an.

Verwertungsrechte

Wie auch beim Synchronsprechen, ist mit der Games-Sprechergage häufig ein 'Total Buyout' abgegolten, wenn es nicht anders verhandelt wird. Das heißt, dass mit Bezahlung der Gage alle Rechte an den Sprachaufnahmen uneingeschränkt an den Auftraggeber übertragen werden.

Sollte jedoch ein Sprecher für Werbemaßnahmen (z.B. Werbespot, Werbetrailer) eines Games beauftragt werden, gelten die klassischen Werbegagen zur Orientierung.


1Für die Berechnung der Sprechergagen im Bereich Games hat sich keine allgemein anerkannte, offizielle Gagenliste durchgesetzt. Die hier dargestellten Gagen haben sich im Laufe der Jahre als Branchenstandards etabliert und können somit als eine gute und praxisnahe Orientierungshilfe für die Gagenberechnung gesehen werden.
Wie in allen frei verhandelbaren Märkten, wird auch im Bereich der Games mitunter von Auftraggeberseite versucht, das Sprechergagenniveau weiter zu senken (z.B. durch das nur Teilvergüten angebrochener Stunden oder durch reduzierte Stundenpauschalen etc.). Da der Bereich Games aber zusammen mit dem Bereich Synchron ohnehin ein sehr niedriges Gagenniveau aufweist, muss jeder Sprecher für sich entscheiden, wie groß seine Bereitschaft ist, von den hier dargestellten Mindestgagen-Richtwerten abzuweichen.