SPRECHERGAGEN
WEBVIDEOS, INDUSTRIE- UND IMAGEFILME

Dieser Bereich ist so vielfältig wie kaum ein anderer. Er deckt sowohl den kleinen, in liebevoller Familienarbeit hergestellten Imagefilm für die Bäckerei aus der Nachbarschaft ab, wie auch den hochbudgetierten Corporate Film einer berühmten Global Player Marke. Es ist daher schwierig, eine allgemeingültige und immer passende Gagenempfehlung auszusprechen. Jeder Auftrag muss beim Kalkulieren sehr individuell bewertet werden.

Die beiden etablierten Gagenlisten sprechen für diesen Bereich leicht voneinander abweichende Gagenempfehlungen als Untergrenzen aus.


"Image / Industriefilm (unpaid media)"
nach GDS-VDS

bis 2 Minuten Textlänge (Grundgage) zeitlich unbegrenzte Verwertung 350 Euro
bis 5 Minuten Textlänge zeitlich unbegrenzte Verwertung 500 Euro
jede weitere 5 Minuten zeitlich unbegrenzte Verwertung 100 Euro

Die GDS-VDS impliziert in diese Gagenempfehlungen die Nutzungsrechte für Präsentationen und Messen. Bei Letzterem muss allerdings eine klare Unterscheidung zu POS-Auswertungen vorgenommen werden, welche eindeutig als "Paid Media" anzusehen sind und damit nach Werbegagen vergütet werden muss.


"Webvideo / Industriefilm"
nach GDS

Trailer etc. 1 Jahr 350 Euro
0 bis 5 Minuten Länge zeitlich unbegrenzte Verwertung 500 Euro
6 bis 15 Minuten Länge zeitlich unbegrenzte Verwertung 700 Euro

Im Bereich der Auswertung auf Messen, gibt die GDS zwei Empfehlungen ab: Ein Imagefilm, der auch auf Messen gezeigt werden kann, ist demnach mit den günstigeren Imagefilmgagen zu berechnen. Ein Werbespot, der auf Messen gezeigt wird, muss als Werbung kalkuliert werden.


Mit einer Imagefilmegage werden - im Vergleich zur Werbegage - üblicherweise deutlich umfangreichere Verwertungsrechte an den Aufnahmen veräußert. Eine klassische Imagefilmgage beinhaltet zeitlich und territorial unbegrenzte Nutzungsrechte an dem eingesprochenen Motiv.


Werbung vs. Imagefilm
bzw. Paid Media vs. Unpaid Media

Die Grenzen zwischen Werbung und Imagefilm sind fließend.

So können auch Imagefilme, wie Werbespots, online ausgewertet werden, z.B. auf der eigenen Webseite, auf Youtube, im Social Media, in Apps oder auch auf Präsentationen und DVDs. Es liegt jeweils in der Verantwortung des Sprechers und des Auftraggebers, eine Unterscheidung zwischen Werbung und Imagefilm im Sinne einer seriösen Kalkulation zu treffen.

Spätestens, wenn ein Video im Bereich Paid Media ausgewertet wird, empfehlen die etablierten Gagenlisten GDS & GDS-VDS eindeutig, es als Werbung zu klassifizieren und nach den Werbegagen zu kalkulieren.

Viele Sprecher und Studios vereinfachen die Gagenkalkulation mittlerweile, indem sie nicht nur "Paid Media" Inhalte immer nach Werbegagen, sonder im Rückschluss auch "Unpaid Media" Inhalte immer nach Imagefilmgagen abrechnen.


Was bedeutet PAID MEDIA bzw. UNPAID MEDIA

Synonym zu den Begriffen "Paid Media" und "Unpaid Media" werden auch häufig die Begriffe "aktiv" und "passiv" oder "geschaltet" und "nicht-geschaltet" genutzt.

Beispiele für "Paid Media" sind Inhalte, die dem User unaufgefordert angezeigt werden, wie z.B. ein vorgeschalteter Werbespot vor einem Youtube-Video, gesponsorte Instastories oder ähnliches (also Pre-, Mid-, Post-Roll, Embed, Broadcast aber auch POS etc. Auch Filme, die auf promoteten Webseiten oder prominenten "Landingpages" abliegen, definieren die Gagenlisten GDS und GDS-VDS als "Paid Media").

Man spricht von "Paid Media", weil der Werbetreibende meistens Geld investieren muss, um dem User die Spots ungefragt darzubieten. Da Paid-Media-Inhalte auch territorial gezielt geschaltet werden können, müssen sie dementsprechend pro Land honoriert werden.

"Unpaid Media" beschreibt hingegen Inhalte in Netz, die auf kostenlosen Vertriebskanälen (z.B. der eigenen nicht explizit promoteten Webseite oder dem eigenen Youtube-Kanal...) abliegen und vom User selbständig gefunden und geklickt werden müssen, damit dieser sie zu sehen bekommt. Da Unpaid Media Inhalte üblicherweise deutlich geringere View-Zahlen bekommen, werden sie nicht nach den Werbe-, sondern nach den günstigeren Imagefilmgagen kalkuliert.